Le Puy


Bohnen:

  • Le Puy Espresso, Mischung aus 60% Gourmet-Robusta aus Uganda und 40% Arabica aus Sidamo (Äthiopien).
  • Le Puy Mélange Arabica, Mischung aus fünf Premium-Arabica Sorten.

Röster: Kaffeepur AG, Niederrohrdorf

Maschine: La Pavoni (Siebträger)

Wo: Forchstrasse 211, Zürich

Bericht:

Ins Le Puy fand ich meinen Weg eigentlich auf Empfehlung, denn es ist eines der (noch?) wenigen Lokale in Zürich, die ihren Kaffee bei der Gourmetrösterei Kaffeepur beziehen. Anders findet man das hübsche französische Bistro mit integrierter Epicerie auch kaum, denn es befindet sich nicht an stark frequentierter Lage im Stadtkern, sondern etwas ruhiger zwischen Hirslanden- und Weineggquartier. Die Erwartungen waren entsprechend hoch, also nichts wie hinsetzen und Kaffee bestellen. Während dieser zubereitet wurde – die Plazierung der Maschine lässt es leider nicht zu dem Barista auf die Finger zu schauen – liess ich dann doch noch meine Blicke um mich schweifen und fand mich in einem wirklich charmanten Bistro wieder, wo sich die zwei Inhaber persönlich um die Gäste kümmern und man sich gleich wohl fühlt. Dann kommen sie auch schon, die kleinen Silbertabletts mit der Tasse und einem Gläschen Wasser. Der schön präsentierte Espresso könnte einen Moment lang für überextrahiert gehalten werden, denn die Crema ist relativ dunkel und beim ersten Schluck machen sich kräftige, aber irgendwie vertraute Aromen bemerkbar, die etwas erdig und zartbitter sind. Was ist falsch gelaufen? Nichts! Die speziell fürs Le Puy kreierte Espressomischung enthält nämlich 60% Gourmet-Robusta Bohnen und die sorgen nicht nur für die kräftige Crema sondern auch für den noch kräftigeren Geschmack. Ein kleines Pokerspiel ist dies durchaus, denn selbst bei qualitativen Robusta Bohnen sind die typisch erdigen Nuancen nicht jedermanns Sache. Meine ist es, weshalb die Aromen auch vertraut waren: Ein typisches Aha-Erlebnis, wenn man diese Robusta Bohnen, die auch sortenrein gekauft werden können, kennt. Weil mich die Epicerie (eine kleine Käsetheke, sowie eins, zwei Regale) von meinem Platz weglockt, erhasche ich dann doch noch einen kurzen Blick „hinter die Kulissen“, wo ich zwar keine Extraktion beobachten kann, aber immerhin einen Tamper stehen sehe. Aber eigentlich bietet der gelungene Kaffee ja auch keinen Anlass am Baristahandwerk zu zweifeln. Auf jeden Fall ist das Le Puy einen kleinen Ausflug wert, und wem der Weg für einen kurzen Kaffeestopp zu weit ist, der kauft sich gleich Kaffeebohnen für zu Hause oder etwas Mediterranes aus der Epicerie, dann hält der Genuss auch zu Hause noch an. 5 Zürich-Bohnen für den vermutlich etwas polarisierenden Espresso.

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