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Bohnen:

  • “Amaro Gayo”. Single Origin aus Äthiopien. Trocken aufbereitet.

Röster: Stoll Kaffee AG, Zürich

Maschine: La Marzocco Linea PB (Siebträger)

Wo: Badenerstrasse 123, Zürich

Bericht:

Als wäre es Bestimmung gewesen. Eigentlich wollte ich ja bloss in diese angesagte Kaffeebar mit dem lustigen Namen. Am Stauffacher bin ich aber spontan im Tram sitzen geblieben, um mal kurz einen Blick auf ein neues Take Away bei der Kalkbreite zu werfen, so aus reiner Neugier. Noch auf dem Hinweg beschliesse ich innerlich auch für die Gegenstrecke die Dienste der VBZ in Anspruch zu nehmen – es war einer dieser regnerischen Tage und die Strecke Bezirksgebäude-Kalkbreite kommt mir im Tram untypisch lang vor für eine einzige Haltestelle. Doch als dann meine Neugier befriedigt ist, schlage ich gedankenlos den Weg Richtung Stauffacher ein. Na dann halt eben doch zu Fuss. Und plötzlich stehe ich vor einem Schaufenster einer dieser modern minimalistisch eingerichteten Läden, als mich eine silberne LaMarzocco Linea anstrahlt. Habe ich gerade richtig gesehen?

Ich bleibe stehen, ein zweiter prüfender Blick: Ein Kleiderladen wie es scheint. Aber tatsächlich, eine Kaffeemaschine mittendrin, die Gutes verspricht – stehen doch sogar zwei Säcke Stoll Kaffee daneben. Nichts wie rein also in den offenbar eben erst gerade eröffneten Shop, der neben Kleider und Kaffee auch Surfbretter verkauft, und einen Espresso bestellen. Wer in den letzten Jahren in Trendmetropolen wie zum Beispiel Berlin unterwegs war, weiss natürlich, dass die etwas ungewöhnliche Kombination aus Kleiderladen und Kaffeebar das neue Buchladen & Kaffeebar ist. Der einzige Trend, der gegenwärtig nicht aufgegriffen wird, scheint der Filterkaffee zu sein. Aber auch ein guter Espresso wertet jede Einkaufstour zur Genusstour auf, und gut war er allemal! Gleich beim ersten Schluck eine unglaublich ansprechende Kombination aus Fruchtaromen und Süsse. Die Säure ist zwar spürbar, aber ohne einem die Mundwinkel nach hinten zu ziehen, wie etwa bei einem gesüssten Fruchtsaft. Weiteres interessantes Detail: Man plant die Kaffees regelmässig zu wechseln. Wieso auch nicht, bei den Kleidern wird ja auch früher oder später die jetzige Kollektion einer neuen weichen. Einerseits könnte man jetzt von einem Armutszeugnis sprechen, dass ich einen der besten Espresso in den letzten Monaten ausgerechnet in einem Kleidergeschäft trinke, aber andererseits scheint mir das auch ein gutes Zeichen für die Zürcher Kaffeegastronomie zu sein, wenn es selbst in einem Kleidergeschäft guten Kaffee gibt. 5 Zürich-Bohnen für den Store, den ich bald wieder visiten werde.

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