Brühnett


bruehnett

Bohnen:

  • Espresso: Fazenda Dona Nenem (Minas Gerais, Brasilien), pulped natural
  • Espresso: Wote Konga (Yirgacheffe, Äthiopen), natural
  • Aeropress: Kabare AA, (Kenia), washed & sundried

Röster: G. Henauers Sohn AG (Henauer Kaffee), Höri

Maschine: La Marzocco GB/5 (Siebträger)

Wo: Gerbestrasse 2, Wädenswil

Bericht:

Nach Wädenswil gehen nun nicht mehr nur Bier-Liebhaber für das bekannte Wädi Bräu, sondern ab sofort auch Kaffee-Liebhaber für ein Wädi Brüh bei Brühnett. Natürlich haben die Kaffees in Janine Landolts neuem Lokal nicht derart plumpe Namen – der Lokalnamen ist Wortspiel genug. Die Kaffees heissen hier wie gewohnt Espresso, Cappuccino, usw. oder, wie erfreulicherweise immer öfters der Fall, dann gleich wie die Bohnen, was meistens dem Namen der Farm oder Anbauregion entspricht. So ist also auf dem Infoboard hinter der Theke zu lesen, dass es hier etwas Namens “Dona Nenem” gibt, aber auch einen Kaffee der “Wote Konga” heisst. Dem aufmerksamen Leser dürften diese Kaffees irgendwie bekannt vorkommen, was vermutlich daran liegt, dass dieselben Kaffees auch im kürzlich eröffneten Bovelli in Zürich ausgeschenkt werden. Auf den ersten Blick etwas enttäuscht, weil ich mir bei Brühnett auch so etwas wie eine Brüh-Bar vorgestellt hätte, bin ich dann doch besänftigt, als ich auf der Karte die Option Aeropress finde. Schön also, dass im Raum Zürich ein weiteres Lokal auf Filterkaffee setzt! Einziger Wermutstropfen ist, dass die verschiedenen Sorten auf der Karte am Tisch nicht mehr aufgeführt sind und bei meiner Bestellung eines Espressos auch nicht darauf hingewiesen wurde, dass es verschiedene Optionen gäbe. So kommt also automatisch die etwas “traditionellere” Sorte in meine Tasse, ein brasilianischer Kaffee mit Schokoladenoten. Da ich diesen erst gerade kürzlich im Bovelli ebenfalls getrunken hatte, kann man sich einem gedanklichen Direktvergleich kaum entziehen, und leider muss ich sagen, dass mir die Extraktion im Bovelli etwas mehr mundete, da etwas körperreicher. Aber vielleicht sollte ich auch anmerken, dass ich eigentlich kein grosser Fan bin von diesen ausgewogenen brasilianischen “schmeckt nach Schokolade mit dezenter Säure” Kaffees bin. Beim Wote Konga ginge wohl die Post ab. Aber es gab ja noch eine Aeropress, auf die ich mich eigentlich sowieso mehr freute als auf den Espresso. Übrigens wurden die Kaffees bem Servieren dann noch genau erklärt, was ich wiederum toll fand. Es muss ja nicht immer alles gedruckt sein. So erwartete mich nun also ein kenianischer Kaffee mit Apfelsäure. Kenianische Kaffees haben ja oft etwas Gemüse-artige Noten, was sich mir in der Tasse dann auch offenbarte, jedoch angenehm dezent: ausgewogen und vollmundig. Einzig das Aroma in der Nase begeisterte mich bei diesem Kaffee nicht besonders, ein säuerlicher Duft, der sich zunehmend etwas legte. Auch wenn ich von den aktuellen Kaffees im Brühnett (auf hohem Niveau) nicht restlos überzeugt war, kann man trotzdem ohne schlechtes Gewissen behaupten, dort einen der, wenn nicht sogar den besten Kaffee am linken Zürichseeufer zu trinken. Über ein weiteres Lokal mit Filter Angebot freue ich mich besonders und nett ist es allemal im Brühnett. Aufgerundete 5 Zürich-Bohnen, dass für Stadtzürcher momentan noch eher wenig Mehrwert zum Bovelli bietet, aber für die Seeufer-Aglo durchaus eine veritable Bereicherung ist.

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