Espresso zu Hause

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Mit Espresso ist das ja so eine Sache. In der Bar stimmt irgendwie alles, man hat gerade gut gegessen oder macht Kaffeepause und spürt das Verlangen nach einem kurzen Kaffee. Als Gast braucht man sich nicht um die Zubereitung zu kümmern und so plötzlich wie man das Verlangen spürte, ist es auch schon gestillt. Zu Hause ist das natürlich ein ganz anderes Thema. Nach dem gemütlichen Essen muss man nämlich aufstehen und sich selbst um die Zubereitung kümmern, und je nach Zubereitungsart kann sich dieses Ritual derart in die Länge ziehen, dass man unter Umständen nach 20 Minuten zwar mit Espresso in der Hand am Tisch sitzt, aber das tolle Gefühl des stimmigen Essens irgendwie verflogen ist. Dass vor diesem Hintergrund Kapselmaschinen gross im Trend liegen, überrascht eigentlich nicht. Viele Kaffeeliebhaber würden aber wohl lieber auf Kaffee verzichten als sich jemals auf diese teuflische Erfindung einzulassen. Weiterlesen

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Coffee-Guide Genf

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Zürich ist super, keine Frage. Aber manchmal muss man etwas über den Untertassenrand hinaus blicken. Oder sogar über den Röstigraben. Für eine Konferenz reiste ich kürzlich nach Genf und weil das ja nicht gleich um die Ecke liegt, liess ich mir die Chance natürlich nicht entgehen, die dortige Kaffeeszene auszukundschaften. Nach einer kurzen Internetrecherche hatte ich zwar nur gerade zwei Lokale auf dem Radar, aber die begeisterten dafür umso mehr! Nach ein paar Vorträgen an der Universität ging der Spass also los und praktischerweise lag mein erstes Ziel auch nur ein paar Strassen weiter an der Rue des Bains. Weiterlesen

Milchbar


milchbar

Bohnen:

  • Espresso: India Delight (Eastern Ghats, Indien), washed.
  • Espresso: Don Joel (San Luis de Grecia, Costa Rica),  honey/natural.
  • Filter: Kochere (Yirgacheffe, Äthiopien), washed.
  • Filter: Fazenda Recreiro (Vale da Grama, Brasilien), pulped natural.
  • Filter: La Casona (Tarrazu, Costa Rica), washed.

Röster: The Black&Blaze coffee roasting company, Ebmatingen

Maschine: La Marzocco Stada EP (Siebträger)

Wo: Kappelergasse 16, Zürich

Bericht:

Woran erkennt man, dass man ein echtes Kaffee Problem hat? Nicht etwa eine Koffein Sucht, sondern vielmehr eine an Obsession grenzende Leidenschaft? Zum Beispiel wenn man am anderen Ende der Welt auf einer tropischen Insel weilt und sich ernsthaft darüber aufregt, die Eröffnung eines neuen Lokals hier in der kalten Schweiz zu verpassen. Dies ist mir tatsächlich in etwa so widerfahren, als vor ein paar Wochen die ersten Bilder von der neuen Milchbar auf Facebook auftauchten. Zugegeben, ich war etwas auf Kaffeeentzug, aber eine Kaffeebar mit Syphon, V60, Chemex, Aeropress, Über Boiler, La Marzocco Strada und sonst allem, was das Coffee-Nerd Herz höher schlagen lässt, mitten in Zürich? Und ausgerechnet jetzt bin ich weg?? Weiterlesen

Brühnett


bruehnett

Bohnen:

  • Espresso: Fazenda Dona Nenem (Minas Gerais, Brasilien), pulped natural
  • Espresso: Wote Konga (Yirgacheffe, Äthiopen), natural
  • Aeropress: Kabare AA, (Kenia), washed & sundried

Röster: G. Henauers Sohn AG (Henauer Kaffee), Höri

Maschine: La Marzocco GB/5 (Siebträger)

Wo: Gerbestrasse 2, Wädenswil

Bericht:

Nach Wädenswil gehen nun nicht mehr nur Bier-Liebhaber für das bekannte Wädi Bräu, sondern ab sofort auch Kaffee-Liebhaber für ein Wädi Brüh bei Brühnett. Natürlich haben die Kaffees in Janine Landolts neuem Lokal nicht derart plumpe Namen – der Lokalnamen ist Wortspiel genug. Die Kaffees heissen hier wie gewohnt Espresso, Cappuccino, usw. oder, wie erfreulicherweise immer öfters der Fall, dann gleich wie die Bohnen, was meistens dem Namen der Farm oder Anbauregion entspricht. So ist also auf dem Infoboard hinter der Theke zu lesen, dass es hier etwas Namens “Dona Nenem” gibt, aber auch einen Kaffee der “Wote Konga” heisst. Dem aufmerksamen Leser dürften diese Kaffees irgendwie bekannt vorkommen, was vermutlich daran liegt, dass dieselben Kaffees auch im kürzlich eröffneten Bovelli in Zürich ausgeschenkt werden. Weiterlesen

Spezialitätenkaffee vom Supermarkt

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Richtig gelesen. Vorbei sind die Zeiten von teuren Versandkosten. Jetzt legt man fair gehandelten Kaffee mit einem Auge auf Qualität direkt beim Wocheneinkauf in den Einkaufswagen. Zu gut um wahr zu sein? Jein. Aber eins nach dem Anderen. Partnerschaften von Kleinröstereien mit Lebensmittelhändlern ist ja an sich nichts Neues, so gab oder gibt es immer wieder mal Bohnen bei Jelmoli, Globus oder Marinello von diversen lokalen Röstern im Sortiment. Dass nun mit Migros aber ein Geschäft im Massensegment auf teureren Kaffee setzt, überrascht vielleicht doch ein wenig. Der Anbieter ist jedoch nicht ein lokaler Kleinröster, sondern das Berliner Unternehmen „Coffee Circle“, welches direkt gehandelten Kaffee aus Äthiopien vertreibt und in der Kommunikation voll und ganz auf soziale Standards und Kaffeequalität setzt. Dass jemand, der sich im Spezialitätensegment positioniert, auf eine Kooperation mit Migros setzt, hat in genau dieser Szene gemischte Reaktionen ausgelöst. Weiterlesen

Bear Brothers & Cow


Update: Per 24.5.2014 ist BBC leider geschlossen. Bis eine neue Lokalität gefunden ist, soll bald importierter Spezialitätenkaffee via Onlineshop vertrieben werden! Siehe http://www.bbc-coffee.ch für updates)

bearbrotherscow

Bohnen: (zurzeit)

Espresso

  • Bosques de San Francisco, Antigua, Guatemala (The Barn)
  • Bonanza Naturals, Mischung aus Brasilien, El Salvador, Äthiopien (Bonanza Coffee Roasters)

Filter

  • Los Pirineos, Tecapa, El Salvador (Kafischmitte)
  • Karimikui, Kenya (Kafischmitte)
  • Kochere, Yirgacheffe, Äthiopien (The Barn)
  • Nyawira, Embu, Äthiopien (The Barn)
  • Finca Licho & Hachira (Henauer Kaffee)

Röster: (zurzeit)

  • Kafischmitte, Langnau i.E.
  • G. Henauers Sohn AG (Henauer Kaffee), Höri
  • The Barn, Berlin (DE)
  • Bonanza Coffee Roasters, Berlin (DE)

Maschine: La Marzocco Strada EP (Siebträger)

Wo: Badenerstrasse 60, Zürich

Bericht:

ENDLICH. Schon seit Jahren wird in der Kaffeeindustrie von der sogenannten „Third Wave“ gesprochen oder von „Specialty Coffee“. Konsumenten beginnen Kaffee nach Anbauregion zu kaufen, Röster beschreiben ihre Produkte mit genauen Geschmacksprofilen, wie man es bisher höchstens vom Weinetikett kannte, und Gastronomen lernen vermehrt, dass sich guter Kaffee nicht einfach auf Knopfdruck zubereiten lässt. Während dieser Trend im Ausland schon seit längerer Zeit vermehrt spezialisierte Kaffeelokale hervorbrachte, die nicht nur verschiedene Kaffees sondern auch verschiedene Zubereitungsformen im Angebot haben, hatte sich diese dritte Welle hier leider bis anhin nur in Teilstücken manifestiert: Den progressivsten Röstern fehlt das hauseigene Café bzw. Stadtnähe, Lokale mit Kaffeeauswahl beschränken diese oft auf Espresso, und bei den ersten Annäherungsversuchen an den neu zelebrierten Filterkaffee steht mangels Bekanntheit der Erlebnisfaktor im Vordergrund, um überhaupt einmal Gäste für das Ungewohnte zu gewinnen. Doch nun wurden die Gebete der Specialty Coffee Anhänger erhört und mit Bear Brothers & Cow erstmals ein Third Wave Coffee Tempel in Zürich eröffnet – eine Pilgerstätte für experimentierfreudige, qualitätsorientierte Kaffeeliebhaber. Weiterlesen

Zurich is boring, boring, boring…

Nein, ich habe überhaupt nichts gegen Zürich, im Gegenteil. Zürich ist definitiv eine der schönsten Städte der Welt, sonst würde ich ja auch nicht über die Limmatstadt schreiben. Zudem sind das ja auch nicht meine Worte, sondern angeblich jene von FIFA Präsident Sepp Blatter vor etwa zwei Jahren. Aber trotzdem hallen diese Worte wie ein Echo immer wieder mal in meinem Kopf nach, wenn ich in grösseren Weltmetropolen zu besuch war. Keineswegs bedaure ich, dass Zürich noch nicht vollkommen zur kommerziellen Kopie von New York, London oder Berlin geworden ist – auch wenn die Bahnhofstrasse auf bestem Weg dazu ist. Was mich aber tatsächlich langweilt ist der Mangel an Innovation. Kaffee-bezogen. Weiterlesen