Spezialitätenkaffee vom Supermarkt

coffeecircle

Richtig gelesen. Vorbei sind die Zeiten von teuren Versandkosten. Jetzt legt man fair gehandelten Kaffee mit einem Auge auf Qualität direkt beim Wocheneinkauf in den Einkaufswagen. Zu gut um wahr zu sein? Jein. Aber eins nach dem Anderen. Partnerschaften von Kleinröstereien mit Lebensmittelhändlern ist ja an sich nichts Neues, so gab oder gibt es immer wieder mal Bohnen bei Jelmoli, Globus oder Marinello von diversen lokalen Röstern im Sortiment. Dass nun mit Migros aber ein Geschäft im Massensegment auf teureren Kaffee setzt, überrascht vielleicht doch ein wenig. Der Anbieter ist jedoch nicht ein lokaler Kleinröster, sondern das Berliner Unternehmen „Coffee Circle“, welches direkt gehandelten Kaffee aus Äthiopien vertreibt und in der Kommunikation voll und ganz auf soziale Standards und Kaffeequalität setzt. Dass jemand, der sich im Spezialitätensegment positioniert, auf eine Kooperation mit Migros setzt, hat in genau dieser Szene gemischte Reaktionen ausgelöst. Weiterlesen

Bovelli


bovelli

Bohnen:

  • House Coffee: Fazenda Dona Nenem (Minas Gerais, Brasilien), pulped natural
  • Wote Konga (Yirgacheffe, Äthiopen), natural
  • Furioso, 90% Arabica (Kolumbien), 10% Robusta (Indien)

Röster: G. Henauers Sohn AG (Henauer Kaffee), Höri

Maschine: Dalla Corte Evolution (Siebträger)

Wo: Sihlstrasse 20, Zürich

Bericht:

Das ehemalige Infinito ist jetzt eben doch endgültig “finito”. Zwar sieht auf den ersten Blick noch vieles ähnlich aus, doch das neu eingezogene Bovelli verspricht bei genauerem Hinsehen ein deutliches Upgrade von den früher ausgeschenkten italienischen Kaffeemischungen. Dem Konzept mehrere Kaffees zu offerieren ist man erfreulicherweise treu geblieben, nur was genau offeriert wird unterscheidet sich um Welten. Nachdem ich mich auf dem sich über die ganze Breite des Raumes erstreckende Menüboard zurechtgefunden habe, fällt mir sogleich das clever gestaltete Kaffeemenü auf. Weiterlesen

Die Zukunft des Röstens !?

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Sie kennen bestimmt diese Werbung eines Versicherers, die sich etwas über die vielzähligen Optionen bei der Kaffeebestellung lustig macht: „Möchten Sie klein oder gross? Aus Brasilien oder Äthiopien? Dunkel oder hell geröstet? Mit oder ohne Zucker?“ und so weiter. In einem progressiven Spezialitäten-Café würden vielleicht sogar noch weitere Fragen zur Auswahl stehen, wie zum Beispiel welche Aufbereitungsform einem besser schmeckt oder mit welcher Brühmethode extrahiert werden soll. Mit ganz ähnlichen Fragen ist sich der qualitätsbewusste Konsument ja auch beim Bohnenkauf für den Heimgebrauch konfrontiert, wenn man den präferierten Onlineshop durchstöbert oder beim Händler des Vertrauens vor dem Regal steht. Die Kaffee Avantgardisten hatten nach Transparenz geschrien und nun haben sie den Salat: Vom Namen des Farmers über die Anbauhöhe der Bohnen stehen heute allerlei mehr oder weniger hilfreiche Informationen auf dem Etikett. Wenn Ihnen das bereits zu viel des Guten war, dann machen Sie sich auf etwas gefasst: Denn das Ende dieser Entwicklung ist vermutlich noch nicht erreicht.

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Coffee-Guide Basel

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Zürich ist super, keine Frage. Aber manchmal muss man etwas über den Untertassenrand hinaus blicken. Zudem gibt es hier jeden August diesen bestimmten Tag, an dem man als nicht-Raver eigentlich nur zu Hause bleiben oder aus der Stadt flüchten kann. Deshalb geht der Coffee-Guide Zürich zum ersten mal fremd und wurde für einen Tag zum Coffee-Guide Basel. Weitere Städte werden hoffentlich folgen. Natürlich versteht sich von selbst, dass folgende Auswahl die lokale Kaffeeszene nur sehr rudimentär abbildet, sie soll aber vor allem zum eigenen Erkunden anregen.

So beginnt also mein Kurztrip quer durch Basel mit einem Abstecher ins Bachletten Quartier, wo sich der lokale Kleinröster Haenowitz & Page befindet. Weiterlesen

Central


central

Bohnen:

  • “Fazenda Nossa Senhora”. Single Origin aus Brasilien. Trocken aufbereitet.

Röster: Stoll Kaffee AG, Zürich

Maschine: Bialetti (Moka Kanne)

Wo: Ankerstrasse 65, Zürich

Bericht:

Meistens wenn ich gezielt ein neues Lokal ansteuere, dann deshalb, weil ich irgendwo vernommen habe, dass dort ein bestimmter Röster zur Kaffeequalität beiträgt oder zumindest eine hochwertige Maschine angeschafft wurde – idealerweise beides. Dieses mal waren die genannten Faktoren aber nur bedingt ausschlaggebend, zudem war die angesteuerte Bar nicht einmal mehr wirklich neu (ich habe es einfach bis anhin noch nie dort hin geschafft): Im Central findet man nämlich keine dieser funkelnden high-end Espressomaschinen im passenden Farbton zum Bartresen. Wenn man einen Kaffee bestellt, dann greift der Barista nicht lässig zum Siebträger, sondern geht hinüber zur Durchreiche und informiert die Küche über die Bestellung. In 99% aller Restaurants und Bars wäre dies vermutlich ein guter Grund, sofort das Weite zu suchen. Nicht aber hier, denn sonst hätte ich das Lokal ja wohl kaum auf dem Radar gehabt. Weiterlesen